Der Saal war wieder einmal voll besetzt. Weit mehr als 100 Pantherinnen und Panther liessen sich am 2. Februar im Oekolampad über Chancen und Gefahren der Künstlichen Intelligenz (KI) aufklären. Ursina Baumgartner moderierte den Anlass mit Roger Basler de Roca, der in regem Austausch mit dem Publikum referierte.
Dieser Text müsste eigentlich nicht geschrieben werden. Denn Roger Basler de Roca hat einen grossen Teil seiner Informationen auf eine Website speziell für die Grauen Panther Nordwestschweiz gestellt (Link am Ende dieses Artikels). Darin wird unter anderem aufgezeigt, wo uns Künstliche Intelligenz schon im Alltag begegnet: Beim Billetlösen per Handy, beim E-Banking, in Gesundheits-Apps, in der lokalen Wettervorhersage und vielem mehr. KI (englisch AI, «Artificial Intelligence») ist also selbstverständlicher Teil unseres Lebens, ob wir es wissen oder nicht, sogar, ob wir es wollen oder nicht.
Roger Basler de Roca beschäftigt sich bereits seit 1997 mit künstlicher Intelligenz. Damals verlor Schachweltmeister Garry Kasparov ein Match gegen den IBM-Computer «Deep Blue». Ein Schock nicht nur für das Schach-Genie, sondern für viele, die bis dahin im Computer nicht mehr als eine digitale Schreib- und Rechenmaschine sahen. Heute hat jedes Smartphone Fähigkeiten von denen man damals nicht träumen konnte. Und noch viel mehr kommt auf uns zu.
So berichtete Roger Basler de Roca vom humanoiden Roboter «NEO Gamma» der probeweise in schwedischen Altersheimen eingesetzt wird. Er kann im Haushalt und bei der Pflege helfen, Blumen giessen, Betten beziehen, kommt aber anscheinend kaum dazu, weil sich die Bewohnerinnen und Bewohner der Heime so gerne mit ihm unterhalten. Noch dieses Jahr soll er bestellbar sein, für rund 20’000 Franken.
KI prüft die Information, die sie liefert
Ein Märchen aus «alter Zeit» ist die Annahme, ältere Menschen hätten generell Widerwillen oder Scheu gegenüber digitalen Anwendungen. Auf Frage des Referenten ins Publikum, gab rund ein Drittel an, bereits Erfahrungen mit dem KI-Werkzeug ChatGPT gemacht zu haben.
Roger Basler de Roca referierte frei und in regem Austausch mit dem Publikum, ermunterte zum Fragenstellen, belohnte die Fragenden mit Smarties, denen er gescheit machende Eigenschaften zuschrieb.
Er zeigte nicht nur praktisch auf, wie man mittels ChatGPT oder anderen Werkzeugen (selber verwendet er Perplexity) zu Informationen kommt, sondern auch, wie man sie auf Stichhaltigkeit überprüft. Nämlich mit dem «CRAP fact check». C steht für «current» – ist die Information aktuell? R steht für «reliable» – handelt es sich um primäre oder sekundäre, zitierte Quellen? A bedeutet «authority» – in welchem Rahmen wurde veröffentlicht? P heist «purpose» – mit welcher Absicht wurde wohl die Information unter die Leute gebracht.
Das englische Wort «crap» heisst «Mist» und der Test soll sicherstellen, dass es sich bei der Information nicht um solchen handelt. Medienleute arbeiten mit dieser Methode seit Jahrzehnten, freilich in aufwändiger Recherche-Arbeit. Neu übernimmt auch diese Aufgabe KI – in Sekunden.
Auch Bilder/Fotos lassen sich per KI generieren und wirken, wie Beispiele zeigten, täuschend echt. Freilich kann die KI aber auch leicht feststellen, ob es sich bei einem Bild um ein echtes, die Realität darstellendes handelt, oder um eine Fälschung («Deep Fake»).
Wird die KI massenweise Arbeitsplätze vernichten? Studien sehen nicht so schwarz. Klar ist aber, laut Basler de Roca, dass sich rund ein Drittel der Arbeitsplätze «radikal verändern» werden. Unser Problem dabei: «Wir sind nicht vorbereitet auf die Geschwindigkeit des Wandels.»
Und schliesslich: «Nett sein lohnt sich.» Denn wer freundlich umgeht mit der KI, hat ein besseres Gefühl. Der Ertrag sind – wissenschaftlich untermauert – um 20 Prozent bessere Resultate.
Support für das digitale Leben
Dank der spannenden Informationen, aber ebenso dank der entspannten, charmanten Art des Vortrages vergingen 90 Minuten wie im Flug. Freundlicherweise stellten sich Roger Basler de Roca und die Mitglieder der Gruppe Digitale Transformation noch für anschliessende Fragen und Gespräche zur Verfügung. Die Gruppe konnte schliesslich eine druckfrische, aktuell von ihr zusammengestellte Broschüre präsentieren: «Support für das digitale Leben – Quellensammlung für Mitglieder und Interessierte».
Heinz Weber
Informationen zur Künstlichen Intelligenz: https://ki-senioren.info
Fotolegende: In regem Austausch mit dem Publikum: Roger Basler de Roca.
Foto hw
