Ältere Menschen haben zunehmend Probleme, am Wohnungsmarkt eine altersgerechte und bezahlbare Wohnung zu finden. Die Arbeitsgruppe Wohnen der Grauen Panther hat Informationen und Studien zur aktuellen Situation gesammelt: zur Bevölkerungsentwicklung, zu Trends auf dem Wohnungsmarkt, zu Strategien von Vermieter:innen, zur Entwicklung der Mietpreise und den Folgen für ältere Menschen, insbesondere für Menschen mit knappem Budget und eingeschränkter Mobilität. Das Ergebnis der Recherchen und die daraus abgeleiteten Forderungen liegen in Berichtsform vor.
Die wichtigsten Ergebnisse sind:
In den nächsten Jahrzehnten wird der Bevölkerungsanteil der älteren Menschen weiter ansteigen. Das zeigen die Bevölkerungsprognosen des Bundes. Ihnen zufolge wird der Anstieg im Kanton Basel-Landschaft bis 2055 über dem schweizerischen Durchschnitt liegen, im Kanton Basel-Stadt leicht darunter.
Die Nachfrage älterer Menschen nach bezahlbaren und altersgerechten Wohnungen wächst also auf jeden Fall. Der Wohnungsmarkt entwickelt sich gerade in eine andere Richtung: Die Mietpreise steigen nicht nur bei ausgeschriebenen Wohnungen, sondern auch bei bestehenden Mietverhältnissen.
Der steigende Anteil kommerzieller institutioneller Investor:innen und Vermieter:innen gibt Anlass zu Sorge, da mit renditeorientierten Sanierungen und Leerkündigungen zu rechnen ist. Oft verlieren dabei die bisherigen, zum Teil langjährigen Mieter:innen ihre bis dahin bezahlbare Wohnung. Die Wohnungen werden dann teurer neu vermietet.
Davon sind Menschen mit knappem Budget und Mobilitätseingeschränkte – und damit viele ältere Menschen – ganz besonders betroffen. Bei Kündigungen werden sie aus ihren Quartieren verdrängt und verlieren ihr soziales Netzwerk. Hinzu kommt, dass ältere Menschen oft keinen Zugang zu digitalen Plattformen haben, auf denen heute ein Grossteil der Wohnungen ausgeschrieben wird. Nicht selten berichten Betroffene und Fachstellen auch von Diskriminierungen älterer Menschen bei der Wohnungssuche.
Aus den Ergebnissen leiten die Grauen Panther wohnpolitische Forderungen ab; sie richten sich an Vermieter:innen und deren Verbände, an private und kantonale/kommunale Planer:innen und die Politik.
Wir haben bereits begonnen, die Forderungen an Veranstaltungen vorzustellen und sie mit Akteur:innen und Akteuren auf dem Wohnungsmarkt zu diskutieren.
Wohnpolitische Forderungen:
- Förderung genossenschaftlichen Wohnens
- Mehr bezahlbare Wohnungen
- Eine vorausschauende Planung von altersgerechten Wohnbauten vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung
- Keine missbräuchlichen Kündigungen und Mietpreiserhöhungen
- Keine Aufweichung des gesetzlichen Wohnschutzes in Basel
- Verpflichtung von Vermieter:innen, von Kündigungen und insbesondere Leerkündigungen betroffene Personen aktiv zu unterstützen, z. B. mit dem Angebot einer vergleichbaren Wohnung und beim Umzug
- Bei Bauplanungen Anforderungen altersgerechten Wohnens berücksichtigen
- Keine Diskriminierung von älteren Menschen auf dem Wohnungsmarkt, u. a. durch Digitalisierung
Arbeitsgruppe Wohnen
